Komm, nimm dir Zeit für das Friedensgebet in Zuchwil
Wann haben Sie sich zuletzt bewusst Zeit genommen, um still zu werden? Wann hatten Sie Raum, sich mit der Hoffnung auf Frieden zu verbinden, für sich selbst, für andere, für die Welt?
Janine Renggli,
Vielleicht braucht es gar nicht viel mehr als einen solchen offenen Moment, um neue Kraft zu schöpfen. Genau jetzt könnte die richtige Zeit sein, sich gemeinsam mit anderen im Gebet auszurichten.
Jeden Dienstagabend um 19 Uhr versammeln sich in der reformierten Kirche Zuchwil einige Menschen zum Friedensgebet. Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine, also seit mehr als drei Jahren, findet dieses Gebet statt. Eine kleine, treue Gruppe trägt diese schlichte, aber kraftvolle Tradition weiter. Fünf bis sieben Teilnehmende nehmen sich Zeit, innezuhalten, still zu werden und für den Frieden zu beten.
Das Friedensgebet dauert etwa 20 Minuten und wird durch sanfte Musik am Klavier ergänzt, die die Atmosphäre der Stille und Besinnung unterstützt.
Der Kreis ist einfach gestaltet. Einige Stühle stehen rund um einen Tisch, auf dem eine grosse Sandschale mit brennenden Kerzen steht. Diese werden während des Gottesdienstes entzündet. Jede Person stellt ihre Kerze in den Sand, ein persönliches Zeichen der Hoffnung. Auf dem Tisch liegt eine Bibel bereit. Die offene Gestaltung lädt dazu ein, anzukommen, sich einzubringen oder einfach still mitzufeiern.
Der Raum bleibt auch nach dem Gebet geöffnet. Wer später kommt, ist willkommen. Wer bleiben möchte, darf in der Stille verweilen. Gibt es bei Ihnen Momente, in denen Sie einfach nur da sein möchten? Es gibt keinen Druck, keine Erwartung, nur das Angebot, da zu sein.
Im Gespräch danach sagte Pfarrer Carlos Ferrer etwas, das besonders hängenblieb. Er verglich das Friedensgebet mit einer Yogastunde, eine Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu begegnen und innerlich aufzuräumen. Eine stille Arbeit an sich selbst.
Die Gebete richten sich an Gott. Sie tragen die Sorgen dieser Welt, benennen das Leid und bitten um Frieden, nicht nur für die Welt, sondern auch für das eigene Herz. So heisst es etwa:
„Wir verbinden uns mit allen, die um den Frieden in der Welt beten. (…) Wir beten zu Gott um Einsicht und Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und miteinander in Frieden und gegenseitiger Anerkennung in der einen Weltfamilie zu leben.“
Kerzenlicht, Stille und Offenheit prägen den Raum. Wer diesen Raum betritt, merkt schnell, dass man hier einfach sein darf, mit allem, was einen bewegt.
Auch wenn die Gruppe klein ist, ist sie offen für alle Menschen, die Frieden in ihrem Herzen suchen. Pfarrer Carlos Ferrer bringt es auf den Punkt:
„In einer grösseren Gemeinschaft spürt man die Kraft des Friedens noch intensiver.“
Darum laden wir Sie herzlich ein: Kommen Sie vorbei und seien Sie Teil dieses besonderen Raumes der Stille und des Gebets. Haben Sie Lust, diesen besonderen Moment für sich zu entdecken? Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit anderen zu verbinden, innere Ruhe zu finden und gemeinsam für den Frieden in der Welt und in sich selbst zu beten.
Wir freuen uns darauf, Sie jeden Dienstagabend um 19 Uhr in der reformierten Kirche Zuchwil willkommen zu heissen.