Janine Renggli

Ökumenisch gemeinsam unterwegs – Chlaussendung und Chlausezmorge in Kriegstetten

20251130_092731 (Foto: Janine Renggli)

«Lueg, dr Esu isch ou wieder derbi!»
Dieser eine Satz, der am Sonntagmorgen mehrfach vor der katholischen Kirche zu hören war, fasste die ganze Stimmung der diesjährigen Chlaussendung zusammen. Nicht laut, nicht spektakulär, aber voller Herzlichkeit und echter Freude.
Janine Renggli,
Am Sonntag, 30. November 2025, versammelten sich vor der katholischen Kirche einige Familien. Mit dabei waren fünf Samichläuse, der Schmutzli und das Eseli, das nicht jedes Jahr mitkommen kann, weil der Weg manchmal zu glatt ist. Umso schöner war es zu sehen, wie die Kinder strahlten und selbst ältere Menschen kurz innehielten, als sie den kleinen Vierbeiner entdeckten.

Gemeinsam machten sich alle mit Pfarrerin Sigrid Wübker und Diakon Dominik Meier auf den kurzen Weg zur reformierten Kirche. Es waren nicht viele Menschen unterwegs, doch die Stimmung wirkte getragen von einer stillen Verbundenheit und dem Wunsch, diese Tradition bewusst weiterleben zu lassen. In der reformierten Kirche angekommen, empfing die Besucher eine schön weihnachtlich geschmückte und einladende Atmosphäre, die sofort eine ruhige Adventsstimmung entstehen liess.

Die Musikgesellschaft Kriegstetten begrüsste die Gäste und die Samichläuse musikalisch und brachte mit ihren Adventsmelodien eine warme, besinnliche Stimmung in die Kirche. Zum Schluss erfüllte «Feliz Navidad» den Raum und gab dem Gottesdienst einen fröhlichen, festlichen Ausklang.

Im Gottesdienst wurde auch die Nikolausgeschichte vom Kornwunder erzählt. Kindsgerecht erinnerten Sigrid Wübker und Dominik Meier daran, wie wertvoll es ist, miteinander zu teilen.

Besonders berührend war der Einsatz der Samichläuse. Es wird jedes Jahr schwieriger, Menschen zu finden, die diese Aufgabe übernehmen. Umso dankbarer darf man sein, dass es sie noch gibt – diese wenigen, die ihre Zeit schenken und den Kindern einen besonderen Moment ermöglichen. Voller Freude verteilten die Samichläuse die Säckli an die Kinder, die gefüllt waren mit Nüssli, Mandarinli und natürlich auch etwas Süessem.

Im Gemeindesaal wartete bereits das liebevoll vorbereitete Chlausezmorge der Jubla Fantasia. Der Duft von Zopf und Kaffee mischte sich mit dem fröhlichen Stimmengewirr, während die Kinder mit Zuckerglasuren und Smarties ihre Lebkuchen bunt verzierten. Die warme Atmosphäre zeigte einmal mehr, dass Tradition nicht in ihrer Grösse lebt, sondern in der Hingabe der Menschen, die sie weitertragen.

Vielleicht lohnt es sich gerade deshalb, diese Tradition zu halten. Denn wenn der Samichlaus mit dem Eseli auftaucht, Kinder rufen «Lueg Mami, da isch dä Esu wieder» und ihre Augen zu leuchten beginnen, spürt man, wie viel dieser Moment bedeutet.
Bereitgestellt: 01.12.2025     Besuche: 6 heute, 81 Monat 
Datenschutz   /   aktualisiert mit kirchenweb.ch