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Unser neuer Pfarrer stellt sich vor

scaledImage (Foto: web luterbach)

Mit allen Menschen guten Willens…
web luterbach,
Ich heisse Pavel Roubik und wurde am 5. März 1985 in Náchod (Tschechien) geboren. Ich habe einen fast elf Jahre älteren Bruder. Obwohl ich aus einem säkularen Elternhaus komme, ist meine Familie weitgehend offen, tolerant – ja spirituell. Auch dafür bin ich meiner Familie sehr dankbar.

«Die Erkenntnis Gottes und die Selbsterkenntnis stehen in Beziehung zueinander.» Dieser Leitsatz aus der «Institutio» des Genfer Reformators Johannes Calvin gab mir einen wichtigen Impuls für meine Zuwendung zum Protestantismus. Mein Selbstverständnis als reformierter Christ hat sich während des Theologiestudiums im Dialog mit anderen christlichen und ausserchristlichen Traditionen sowie bei meiner Tätigkeit als Vikar und dann Pfarrer in einer lutherischen Kirche in Prag vertieft.

Von 2017 bis 2020 habe ich als Oberassistent am Institut für Religionswissenschaft an der Evang.-theologischen Fakultät in Prag gearbeitet. Die Lehrtätigkeit hat mich sehr gefreut, aber es wurde mir dabei immer klarer, dass ich kein «Akademiker» bin. Ich halte die Fachkenntnisse für ganz wichtig, bei den Studierenden haben mich jedoch vielmehr ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten interessiert, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Persönlicher Kontakt mit den Studierenden lag mir am Herzen, auch wenn es dabei nicht um Seelsorge im klassischen Sinne ging.

Im August 2020 wurde ich als Pfarrer in der Kirchgemeinde Diessbach gewählt und zwei Monate später habe ich dort angetreten. Während folgender knapp zwei Jahre konnte ich mit vielen tollen Menschen Kontakte anknüpfen und pflegen. Zu meinem Wunsch, in der Schweiz als Pfarrer tätig zu werden, hat mich vor allem die schweizerische reformierte Tradition veranlasst. Die reformierten Kirchen gelten in der Schweiz als Volkskirchen. Das ist eine wunderbare Sache, die allerdings viele Fragen aufwirft: Was passiert, wenn der Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung immer weiter sinkt? Führt die fortwährende Säkularisierung unausweichlich zum Verlust der Anziehungs- und Ausstrahlungskraft der Kirche? Ich habe mich um die Pfarrstelle in Luterbach-Deitingen nicht deswegen beworben, weil ich die Antworten auf diese brisanten Fragen kenne. Ich vermute aber, dass das Christentum sich in der Moderne auch nichtkirchliche Wege bahnt. Ich glaube, dass die Grenze heutzutage nicht (mehr) zwischen den Christen und Nichtchristen bzw. den Gläubigen und Ungläubigen verläuft, sondern zwischen den Leuten, die sich in sich selbst verschliessen und suchen kein Übergreifen einerseits, und den Offenen, ja Neugierigen andererseits. Ich denke, die Kirche ist da für – um es mit Papst Johannes XXIII. auszudrücken – «alle Menschen guten Willens».

Ich bedanke mich herzlich bei der Pfarrwahlkommission des Pfarrkreises Luterbach-Deitingen, dem Kirchgemeinderat und den Pfarrkollegen für die Freundlichkeit und grosse Unterstützung, die ich seit den ersten Schritten meiner Bewerbung spüren konnte.

Liebe Mitglieder des Pfarrkreises Luterbach-Deitingen und der Kirchgemeinde Wasseramt, ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen und mit Ihnen allen auf dem Weg zu sein.

Mit herzlichen Grüssen

Ihr Pavel Roubik
Bereitgestellt: 09.07.2022     Besuche: 88 Monat 
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