Carlos Ferrer

Aus der Tiefe

Gebet (Foto: Carlos Ferrer)

Manchmal befinden wir uns im Keller unserer Gefühle und kommen da nicht raus. Vielmehr graben wir Löcher. Ein Rat: Höre auf zu graben.
Carlos Ferrer,
Es ist manchmal nicht leicht aufwärts aus der Tiefe zu kommen Lesen wir den » Psalm 139, kann der vielleicht trösten, aber tut er das auch?

Manchmal schaffen wir´s nicht einmal aus unseren Liegen aufzustehen, geschweige Hoffnung aus alten Texten zu schöpfen. Manchmal liegen wir im Trüben unserer Sinne und summen nur noch im Moll vor uns hin. Ein Rezept für die, die sich nicht mehr zu helfen wissen, wenn sie sich im Keller ihrer Gefühle befinden und eine Schaufel in der Hand haben:

Höre auf zu graben.

Ein Hinweis an alle, die solche Freundinnen und Freunde haben, Partner, Gattinnen und Gatten, Kinder, Enkelkinder und Verwandte: Sei behutsam in der Nähe empfindlicher Geister. Manchmal braucht es nicht viel, um etwas Licht in die Dunkelheit und Sauerstoff in die Luftlosigkeit zu bringen. Seid solche Luft- und Lichtbringer.

Eine Chorkollegin dichtete vor vielen Jahren diese Weisheit, die ich hoffe, wird dir nützen:

In den Tiefen des Tages und Träume,
im trostlosen Tau wacher Nächte,
mag ein Hauch heller Augen
deine Nebel vertreiben,
verriegelte Tore des Grau´n von dir lüften.
Bergþóra Ingólfsdóttir (1980)
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