Carlos Ferrer

Im der Tiefe fischen

Fischfang (Foto: Kristian Magnus Kanstad): Nordland Museum, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39601229

Es ist nicht besonders schwer, ein paar Fische aus dem See zu holen, vorausgesetzt der See ist nicht leergefischt. Es braucht einiges an Können, im Tiefen zu fischen. Wenn also aus der Tiefe des Sees oder aus der Tiefe des Meeres Fische geholt werden, dann braucht es entweder einen kräftigen Motor oder ein Wunder. Mit können alleine ist es nicht getan.
Carlos Ferrer,
Ein Netz voller Fische ist immer noch das Resultat von viel Können. Ein Boot so voll mit Fang haben, dass man andere herrufen muss, um alles an Land zu bringen, das geschieht in unseren vielbefangenen Seen nicht mehr, wohl aber wenn es um Heringe oder Makrelen geht, in den kalten, tiefen Wassern des Nordatlantiks oder vor der Küste Afrikas.

Ein Netz voller Fische war zu meiner Zeit als junger Matrose in den Sommerferien eher die Ausnahme als die Regel. Die Generation meines Grossvaters konnte mit den motorisierten Grundschleppfischerbooten in den Fjorden oder innerhalb der 3 Seemeilen noch leichte Fänge machen. Die Tiefe des Ozeans war bis zur Ankunft der Motorschiffen noch Zuflucht der grossen, prächtigen Dorschen, 20, 30 und 40 kg schwer und der noch grösseren Heilbutte, die man nur mit Hilfe des Krans an Bord bringen konnte. In der Tiefe fanden die Fische Zuflucht, vor Seehunden und Eisbären. Nur die  geköderten Haken, der Langleinenfischerei oder der Angel holte einen oder anderen dieser prächtigen Fische ins Boot.

» Ein Netz voller Fische aus der Tiefe zu holen (Lukas 5,1-11), ohne Hilfe eines kräftigen Motors, das ist schon so wie aus 2 Fischen und 5 Broten 5000 Menschen in der Wüste zu speisen. Ein Netz voller Fische ist wie vom Himmel das Manna, das himmlische Brot regnen zu lassen. Da sind wir schon im Reich des fabelhaften, dem Märchens und dem göttlichen Abenteuers. Da sind wir im Bereich wo von Gottes Hinwendung, von Gottes Liebe und Fürsorge und Gottes Macht gesprochen wird. Wir sind, genau genommen da, wo sich das alte und das neue Testament berühren.

Die vollen Netze, der Segen des riesigen Fanges, wo alle genug bekommen, kommt nicht von etwa. Er kommt als Bekräftigung von dem was Jesus den Menschen vom Boot aus gelehrt hatte. Der Evangelist Lukas sagt mit dieser Geschichte (Lk 5,1-11):

Gott steht zu Jesus, Gott steht zum Wort, das Wort ist Heil und das Heil macht satt. Nicht nur geistlich oder spirituell satt. Gottes Wort mach die Menschen satt, die in dieser Welt, die in dieser Realität leere Bäuche haben und nicht durchblicken, wie sie sie in den nächsten Tagen füllen werden. Es ist nicht nur "fast" so, wie in Pharao's und Mose's Zeiten. Es ist nicht nur "fast" so wie in Elia und Elishas Zeiten, wo ein bisschen Öl und ein wenig Getreide eine Familie durch eine lange Hungersnot hindurch bringt.

Es ist genau so. Gott speist diese Welt. Zuerst mit dem Wort, dann mit dem Brot, oder Fisch.

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Bereitgestellt: 04.07.2021     Besuche: 49 Monat 
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