Fackelweg an der Oesch – ein Weihnachtsgeschenk
Rund 130 Fackeln und viele helfende Hände machten den Fackelweg an der Oesch auch dieses Jahr zu einem besonderen Weihnachtsmoment.
Janine Renggli,
Dieses Jahr lag kein Schnee und doch hatte der Fackelweg seine ganz eigene weihnachtliche Stimmung. Der Weg zieht sich der Oesch entlang, zwischen zwei kleinen Brücken, eingebettet in die Dunkelheit. Zu Beginn kommt man noch an einzelnen Häusern vorbei, aus denen weihnachtliche Lichter scheinen. Bei einer Brücke beginnen die Fackeln und ab dort führt der Weg im Licht der Fackeln weiter entlang der Oesch. Der Weg wird von rund 130 Fackeln beleuchtet und verbindet die Orte Halten und Recherswil.
Der Fackelweg ist vom 25. bis 27. Dezember jeweils von 18.30 bis 21.00 Uhr beleuchtet. Viele Menschen machten sich in diesen Abenden bewusst auf den Weg, um das Licht der Fackeln zu geniessen.
Dieses Jahr war ich nicht nur als Besucherin unterwegs, sondern durfte selbst mithelfen. Gemeinsam mit meiner Familie waren wir Teil der vielen Freiwilligen, die diesen Weg überhaupt möglich machen. In Gruppen eingeteilt, jede mit einer klaren Aufgabe, sorgten wir gemeinsam dafür, dass alles funktionierte.
Wir waren mit einem Wagen unterwegs, in dem sich die Fackeln befanden, dazu ein Eimer Wasser zum Löschen der heruntergebrannten Fackeln. In der Hand trugen wir brennende Fackeln, um neue anzuzünden. Unsere Aufgabe war es, jede zweite Fackel zu betreuen und darauf zu achten, dass der Weg durchgehend beleuchtet blieb. Der Wagen polterte über den Weg, der kalte Wind kam immer wieder auf und drohte die Fackeln zu löschen und genau darin lag der grosse Spass an dieser Aufgabe.
Auch die Kinder waren mit dabei. Trotz Kälte und Dunkelheit wurde viel gelacht. Gemeinsam draussen unterwegs zu sein und Teil dieser Aufgabe zu werden, machte den Abend für uns alle zu einem besonderen Erlebnis.
Am stärksten berührt haben mich die Begegnungen auf dem Weg. Die Menschen waren bewusst hier unterwegs, um das Licht der Fackeln zu geniessen. Ob allein, mit Hund oder als Familienausflug, alle nahmen sich Zeit. Wirklich jede einzelne Person blieb stehen, bedankte sich bei uns und sagte Sätze wie „Vielen Dank für das schöne Weihnachtsgeschenk“ oder „Wir sind so dankbar, dass es den Fackelweg gibt.“ In den Gesichtern lag Freude, manchmal auch Rührung. Diese Dankbarkeit ging unter die Haut.
Der Fackelweg kann auch bei der reformierte Kirche Kriegstetten begonnen werden. Auf dem Parkplatz weisen bereits Fackeln den Weg. Die Kirche ist offen und lädt dazu ein, die Krippe und den geschmückten Weihnachtsbaum zu betrachten. Wer mag, darf einen Moment innehalten und etwas ins Büchlein schreiben, sei es ein Wunsch oder ein Gebet.
Am Ende des Abends roch meine Jacke nach Rauch. Wir waren müde, aber sehr glücklich. Es war schön, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen, nicht weil alles perfekt war, sondern weil es echt war. Und weil genau daraus dieser besondere Weihnachtsmoment entstanden ist.